La Purisima in Granada

Am letzten gemeinsamen Tag mit Freddy und Kerstin streiften wir ein bisschen durch die wunderschöne Stadt Granada und schauten uns die Zigarren-„Fabrik“ von Doña Elba an. Mit beeindruckender Fingerfertigkeit rollen und fertigen die Menschen dort ca. 400 Zigarren pro Tag per Hand. Auch wir durften selbst eine Zigarre rollen und konnten dabei unsere grundlegenden Spanischkenntnisse ein bisschen herausfordern.

Kathis Ohr ging es zwar besser, der Dolby-Surround Sound war jedoch noch nicht wiederhergestellt und die Schmerzen noch immer vorhanden. Glücklicherweise zeigte Kerstin, dass sie auch eine HNO-ärztliche Seite an sich hat und konnte Kathi durch professionelle Ohrenpflege wieder zum normalen Hörvermögen verhelfen. Den Abend feierten wir daraufhin mit bestem Essen und einer endlich für alle erholsamen Nacht.

Im Garden Cafe genossen wir das letzte gemeinsame Hipster-Frühstück und verabschiedeten danach Kerstin und Freddy Richtung Flughafen. 😦 Traurig verließen wir unser Kolonialzimmer und zogen in ein kleines, aber sehr feines Zimmer auf der anderen Seite des Hauptplatzes um. Für die nächste Woche wurde die schöne Hospedaje mit ihren äußert netten und hilfsbereiten Besitzern unser vorübergehendes Zuhause. Da wir nämlich endlich unsere Spanischkenntnisse auf Trab bringen wollten, entschlossen wir uns für eine Woche Sprachunterricht. Unsere Lehrerin Arlen forderte uns von Tag zu Tag aufs Neue und verhalf uns so dazu, endlich mehr als drei-Wort Sätze sprechen zu können.

Zwar merkte besonders Kathi, dass vier Stunden Unterricht plus Rekonvaleszenz ein erhöhtes Schlafbedürfnis forderten, aber zwischen den Ruhepausen lernten wir das schöne Granada richtig kennen. Unter anderem konnten wir bei einem Baseballspiel die Heimmannschaft (leider verlieren) sehen. Beeindruckend bei dem Spiel war nicht nur die Dauer von vier Stunden, sowie das Durchhaltevermögen der Stimme der „Quesillo“-Verkäuferin, sondern auch der Bauchumfang des einen oder anderen Spielers…

Unsere Nachmittage verbrachten wir mit Spaziergängen durch die Stadt, zum Markt und ins Fitnessstudio. Außerdem besichtigten wir die „Isletas“ von Granada. Diese 365 Mini-Inseln entstanden durch eine Eruption des Vulkans Mombacho und sind heute großteils privatisiert. Die Reichen des Landes (bzw. aus den USA, Canada und Frankreich) können hier eine Insel inklusive Villa ihr Eigentum nennen. Auch wenn der Sonnenuntergang bei der Rückfahrt über den riesigen Nicaraguasee wunderschön war, ein Leben auf so einer Villeninsel stellen wir uns eher vor wie im goldenen Käfig. Noch dazu wäre uns nicht ganz so wohl bei dem Gedanken, von Wasser, das Bullenhaie beheimatet, umgeben zu sein.

Zufälligerweise landeten wir genau zu „La Purisima“ in Granada. Bei diesem Fest, das größer als Weihnachten ist, wird zwischen 28.11. und 7.12. jeden Tag um ca. 18 Uhr eine Statue der heiligen Maria, begleitetet von einer großen Parade, durch die Straßen getragen. Zusätzlich wird (leider schon ab 6 Uhr morgens) mit Feuerwerken und Krachern gefeiert. Man hat das Gefühl, dass die Statue und der hinterher gezogene Generatorwagen von Tag zu Tag größer werden. Beim Krankwagen, der das ganze Spektakel begleitet, wurde hingegen eher gespart… Man merkt auch hier, dass Weihnachten im Anmarsch ist. Allerdings wird die Adventszeit weniger besinnlich, als mit schrillen Lichtern und Plastikbäumen angekündigt. Wir sind schon gespannt, wie La Purisima in Masaya und Leon gefeiert wird. Dorthin brechen wir nämlich morgen auf.

2 Antworten auf „La Purisima in Granada

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