Giganten am Land und im Wasser – zwischen Waranen und Mantarochen in Flores und Komodo

Unser letzter Stopp im abenteuerlichen Sulawesi war die eher unbesichtigungswürdige Stadt Makassar. Von Rantepao quälte sich der Bus zehn Stunden jeden Berg bis zur Hauptstadt Sulawesis hinauf und hinab, und spuckte uns schlussendlich in der Nähe des Hafens in das Großstadtgetümmel aus. Nach der Verkostung der berühmten Makassar Suppe gings ins Hotel, wo wir wieder einmal für seperate Wege packten: Denn am nächsten Tag flog Thomas nach Java, wo er in Bogor an einem Meditationskurs teilnahm, während Kathi etwas langsamer ihre Weiterreise antrat.

KATHI

Eigentlich wollte ich die Stadt ja schnellstmöglich verlassen, aber am Tag von Thomas‘ Abschied fühlte ich mich genauso wie dieser Ort wirkt: fertig, unwohl, müde… Die Idee, Sulawesi mit der 20 stündigen Fährfahrt Richtung Flores zu verlassen, schien mir mit Fieber nicht die allerbeste Idee und so versuchte ich mit einem Besuch des Fort Rotterdam den Tag doch noch etwas abwechslungsreicher zu gestalten… Tja, es blieb bei dem Versuch und der Erkenntnis, dass Indonesien wohl nie einen Preis für gut gestaltete Museen gewinnen wird. So verkroch ich mich wieder ins Zimmer uns hoffte, am nächsten Tag aufbrechen zu können.

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Mit der Vorstellung noch einen Tag in Makassar bleiben zu müssen hielt ich mich brav an die Bettruhe und begab mich dann, etwas unwohl, ins Abenteuer Fähre! Schon der Fahrkartenkauf lieferte mir einen Vorgeschmack auf die nächsten – laaangen – Stunden, denn als einzige weiße Touristin im Ticketoffice konnte ich mich schonmal an die Blicke gewöhnen, die lautlos schrien „Was macht die da???“. Weiter ging es in die Wartehalle, wo diesmal nicht zehn Menschen an mir interessiert waren, sondern hunderte, die den ganzen Boden im liegen/sitzen/stehen zupflasterten und mir weit mehr Aufmerksamkeit zuteil ließen, als ich wollte. Wenigstens spielten die Kinder weiter und verfolgten nicht jeden meiner Schritte mit großen Augen und unangenehmen Halsverrenkungen! Glücklicherweise konnte ich direkt auf das Schiff und suchte mir im letzten Eck einen etwas blickgeschützen Platz im Matratzenlager, während die Einheimischen unendlich viele Päckchen über die Stiegen ins Innere des großen Gefährts brachten und dabei herumwuselten wie im Ameisenhaufen. Da sich die „Mister, Photo!“-Atmosphäre zunehmends verdichtete, verfolgte ich die Strategie des Totstellens anfangs, um einem Dominoeffekt beim Fotoshooting zu entgehen. Kurz nachdem sich das Schiff in Bewegung setzte, blieb mir allerdings auch nichts anderes übrig als liegen zu bleiben. Dank des sanften Geschaukels hatte ich nämlich wieder mit Seekrankheit zu kämpfen und wollte auf keinen Fall riskieren, die nächsten 20 Stunden auf der Toilette zu verbringen. So schipperten wir eine gefühlte Ewigkeit bis nach Labuan Bajo, dessen vorgelagerte Inseln ich mit unglaublich großer Freude erblickte!

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Beim Aussteigen wartete ich den nationalen Kampf darum, wer als erstes seine IndoMie-Kartons über die wackelige Leiter auf festen Boden bringen darf, ab und begab mich dann mit etwas wackeligen Beinen auch hinunter und spazierte durch das kleine Dörfchen zu meinem Hostel. Dort erwartete mich ein Traum aus einem Pool, Pizza, netten Leuten und einem guten Bett, der schnell dir Strapazen des letzten Tages vergessen ließ! 🙂

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Wer in Labuan Bajo ankommt, taucht meistens auch schnell wieder unter – zu erstklassigen Tauchspots! Das kleine Örtchen im Westen von Flores, das quasi nur aus Tauchschulen besteht, ist außerdem der Ausgangspunkt für einen Besuch der Insel Rinca auf der sich die riesigen Komodowarane aufhalten. Nach einem Tag Verschnaufpause gings also weiter im Programm mit einem Tauch- bzw. Wanderausflug. Die Morgensonne beleuchtete wunderschön die vielen kleinen Inseln durch die wir uns langsam bis Rinca bewegten. Dort erwartete uns eine kleine Wanderung durch das, leider sehr touristische Gebiet der Insel. Auch wenn die Komodowarane, die direkt bei der Ranger-Station wohnen (weil sie dort gefüttert werden) wirklich beeindruckend sind, das Abenteuer ist bei diesen Freiluftzoo-Verhältnissen dann doch schnell verfolgen… Mit unserem Guide stapften wir die ausgetrockneten Pfade jedoch weiter ins Innere der Insel, wo wir dann doch noch Glück hatten und nicht nur auf dem Weg eines der großen Tiere sahen, sondern auch ein Festmahl in einem Fluss: Ein paar Tage zuvor hatte ein Komodowaran einen Büffel gebissen, wodurch dieser mittlerweile an der bakteriellen Infektion gestorben war. Schon wieder ein toter Büffel… Vom dem war aber nicht mehr viel übrig und die anwesenden Warane hatten alle Zähne voll zu tun, auch noch den Rest zu vernichten. Ihren Blicken zufolge waren sie auch definitiv gewillt, Näherkommende dem gleichen Schicksal auszusetzen…

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Nach den vielen Fliegen die den Tod in die Luft summten und dem Boden, der vor Trockenheit lange Risse zog, freute ich mich schon sehr aufs Wasser und die Meereswelt! Dank der Mittagshitze musste man sich seinen Platz im Neoprenanzug zwar erst erkämpfen, aber mit dem Sprung ins „kühle“ Nass war das schnell vergessen und die Augen nur noch auf Schildkröten und Fische gerichtet! Wir schwebten entlang einer „Putzstation“ für Mantarochen, die Korallenmäßig nicht allzuviel zu bieten hatte und warteten deswegen – anfangs vergeblich – auf die großen Tiere. Kurz bevor wir auftauchten statten sie uns aber doch einen Besuch ab! Majestätisch bewegten sie sich direkt an uns vorbei und versetzten mich derart in Staunen, dass ich nicht mal die Kamera hervorholen konnte 🙂 Beim zweiten Tauchgang merkte ich dann, warum man (leicht) erkältet nicht tauchen gehen soll und konnte der tollen Unterwasserwelt leider nur wenig Beachtung schenken… Mit einem wunderschönen Sonnenuntergang im Rücken und dem kühlen Wind in den salzigen Haaren machten wir uns am Ende des Tages auf nach Labuan Bajo!

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Die nächsten Tage nutzte ich endlich fürs Auskurieren und beehrte vor allem den Pool und die Sunsetbar mit meiner Anwesenheit! 🙂 Da Thomas den Meditationskurs krankheitsbedingt früher abbrechen musste, änderte ich meine Reisepläne und verließ Flores Richtung Bali, wo Ringo dankenswerterweise die letzten Woche auf unser „kleines“ Surfbrett Bobby aufgepasst hatte. In meiner Umstiegspause gabs in unserem, mittlerweile ein bisschen zur Heimat gewordenen Ort Canggu ein schönes Wiedersehen mit Ringo, bevor ich in den nächsten Flieger nach Bandung auf Java stieg.

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Abenteuer Sulawesi II – Leben um zu sterben: Im märchenhaften Land der Toraja (Teil 2)

An Samstagen wandelt sich der kleine Marktplatz in Rantepao zu einer Goldgrube: Wer einen Büffel braucht – und von denen gibt es in der Begräbnissaison August besonders viele – kommt vormittags hier her, um sich zu holen, was der Geldbeutel hergibt! Geschwungene, große Hörner, große Statur und weiße Hautfarbe – das ist hier der direkte Fahrschein ins Reich der Toten. Wer es geschafft hat in Papua eine Miene zu leiten oder in Jakarta in der Regierung zu sitzen, sucht nach den Ferraris unter den Büffeln, welche sich besonders durch ihr schwarze Musterung auf der hellen Haut und blaue Augen auszeichnen. Wir mischten uns unter die, vorwiegend männlich dominierten Verhandlungen und suchten uns zwischen den Tieren, die genauso ruhig wie mächtig sind, Wege übers Feld. Die Aufpasser, von denen ein Albinobüffel an die drei hat, wichen den Vierbeinern nicht von der Seite und beobachteten in der Langsamkeit indonesischer Zeit das Treiben.

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Natürlich konnte man hier auch gleich Schweine für die nächste Opferung erstehen. Die tierquälerische Art und Weise diese Lebenwesen in Säcken zu halten oder, noch viel schlimmer, fest an Babmusstäbe zu binden, schockierte uns so sehr, dass wir das Gelände schnell verlassen mussten. Bei den herzzerreißenden Schreien und resigniert blickenden Augen der Schweine hätte man ihnen fast gewünscht, schnell nach Puya zu kommen. Doch der Fischmarkt bestätigte uns dann endgültig, dass die Toraja einen gewissen Hang zur Tierquälerei haben: Fische, die in Körben liegen, in denen sie alle paar Minuten mit Wasser bespritzt werden, damit sie gerade noch leben, fallen wohl nicht unbedingt unter „artgerechte Haltung“! Deswegen drängelten wir uns schnell durch die engen Gänge, vorbei an Kleidung, Plastikspielzeug, Gewürzen und Kaffee, nach draußen.

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Nach einer kurzen Pause ging es direkt weiter im Begräbnis-Programm! Denn nachdem so viel Blut am Vortrag geflossen war, konnte Großmutter endlich auf Reisen gehen. Und so machten wir uns erneut, in ungewisser Erwartung, was an diesem Tag passieren würde, auf zur großen Bestattung. Schon von der Straße hörte man die Gesänge und Ausrufe, die die Verwandschaft mit Tänzen kombiniert zu Ehren der Toten in die Luft trugen. Großteils weiß gekleidete Personen wuselten um den Sarg der auf der blutgetränkten Erde stand und probierten Selfies zu machen, ohne über die letzten Reste der geopferten Büffel zu fallen. Dann wurden noch schnell die großen Hüftknochen, an denen die Fliegen das Festmahl ihres Lebens hatten, zur Seite geräumt, bevor der große Umzug beginnen konnte. Während eine unbestimmte Anzahl an Personen versuchte den großen Aufbau, in dem sich der Sarg befand, auf die Schultern zu heben, kam das ewige Kind im Indonesier besonders stark durch: Unter lautem Gelächter brach immer wieder eine Seite weg, die den Sarg unsanft auf den Boden beförderte. War Omama wieder geschultert, rannten alle mit erheiternden Schreien los, bis man sich wieder irgendwo verfing oder im Matsch stecken blieb. In der Trauerphase hängen zu bleiben, konnte man den Toraja definitiv nicht unterstellen… Allen voran zog eine Gruppe mit der Tao Tao, die sehr detailgetreu geschnitzt wurde und die Verstorbene festlich gekleidet und mit dem Nationalschuhwerk, dem Flip-flop, zeigte.

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Die ausgelassene Parade kam schließlich hinterm Anwesen, beim Gäberhaus zu stehen, wo eine Schlacht mit Wasserbechern das Ende einläutete. Es fanden sich sofort unzählige Hände, die den Sarg, wie Ameisen über die steilen Stufen bis zum endgültigen Aussichtspunkt trugen. Dort wartete schon die Familie, um eine kurze Messe, den christlichen Part des Festes, abzuhalten. Wir standen mit dem Fußvolk am Ende der Treppen, die ungewollt eine bildliche Repräsentation der sozialen Klassen in der Gesellschaft der Toraja anmuteten. Und es wäre nicht Indonesien gewesen, hätte nicht auch noch ein Eisverkäufer mit der mechanisch dudelnden Musik seine Ware an den Trauergast gebracht. Bevor wir auf unseren Scooter stiegen, verweilten wir noch ein paar Minuten auf dem Opferungsplatz auf dem nun eine bedrückende Ruhe herrschte. Der Vergänglichkeit von Gefühlen, Zeit und Leben trotzten ein paar Hörner, die, verlassen vom soeben noch vor Kraft strotzenden Besitzer, schicksalsergeben am Boden lagen.

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Durch wunderschöne traditionelle Toraja-Dörfer führte uns der Weg wieder zurück nach Rantepao, wo der freundliche Besitzer des Homestays, Yacobus, zu einem spontanen Büffel-BBQ am Gehsteig lud. Zum alltäglichen Fleisch – das in der Begräbniszeit zur Hauptnahrungsquelle wurden – gab es Bier, Reis, Palmwein im Plastiksackerl und äußerst nette Gesellschaft!

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Die nächsten zwei Tage widmeten wir bei einer Rollertour mehr dem puren Leben als dem Tod. Während Thomas den Scooter Kilometer für Kilometer sicher durchs Toraja-Tal brachte, navigierte Kathi den Weg zu unbekannten Zielen, um dann schließlich doch irgendwo anders zu landen. 🙂 Doch wenn der Weg zum Ziel wird und man gemeinsam diese unendliche Freiheit, die einem der Wind in die (Bart-)haare bläst, genießt, dann ist jedes Reisfeld schöner als ein Ort im Reiseführer. Die Sonne glitzerte im spiegelglatten Wasser, in dem sich die Büffel zwischen den saftigen, grünen Reispflanzen suhlten. Dazu prägten die hügelige Landschaft, neben diversen Gräbern, auch noch Megalithen Kreise. Denn die Toraja folgen dem Beispiel „Wer hat, dem wird gegeben“. Ab 24 geopferten Büffeln dürfen sich die Nachfahren nämlich auch noch so einen zum Himmel schreienden Stein in den Garten stellen. Bergauf und bergab flitzten wir auf unserem kleinen Gefährt durch winzige Dörfer bis uns der Sonnenuntergang nach Rantepao schickte. Dort packten wir mal wieder Nadel und Faden aus, um das ein oder andere, mittlerweile etwas in Mitleidenschaft gezogene Kleidungsstück zu reparieren. 🙂

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Um den letzten Tag im Märchen noch erlebniswürdig abzuschließen, fehlte uns nur die Besichtigung einer „wartenden“ Person. Nach der Besichtigung der berühmten Felsengräber in Londa, sprang Thomas also über seinen kulturellen Schatten und fragte uns durch bis zu einer Familie, in der angeblich die Großmutter schon seit Jahren im Sarg  ruhte. Auf dem Weg hatten wir natürlich noch das universelle Mitbringsel Zigaretten besorgt um unsere Chancen auf einen Besuch zu erhöhen. Wir bewegten uns innerlich von unserem heimischen Trauerempfinden ans komplett andere Ende, wo die Toraja sich ihrer Gefühle bedienen, als uns von der Familie mitgeteilt wurde, dass nicht nur eine Leiche im Südraum liegen würde, sondern gleich zwei… Der Mann der verstorbenen Frau war nämlich an diesem Tag vor ein paar Stunden einem Herzinfarkt zum Opfer gefallen, womit sich auch die vielen Menschen, die schwarz-rot gekleidet in kleinen Grüppchen im Hof herumstanden, erklärten. Etwas planlos wurden wir von einem Sohn in den ersten Stock des Hauses geführt und interpretierten die indonesischen Worte, die der Mann um das Wort „Formalin“ reihte, als „etwas unangenehm riechend“. Ohne große Umschweife betraten wir den Raum, in dem links auf einem Bett ein Sarg stand und rechts einer toter Mann mit zig Kleidungsstücken bedeckt, lag. Nach zwei Sekunden wurde uns sofort schmerzlich bewusst, warum der Hausherr uns nur bis zur Zimmertür gefolgt war und dass er anscheinend vorhin etwas anderes als „etwas unangenehm“ sagen wollte. Während der Formaldehyd-Dampf unsere Augen dazu zwang sich auf der Stelle zu schließen, fühlte sich ein Atemzug an, als würden Nase und Lunge auf der Stelle verbrennen. Da wir diesem Raum des Todes nicht noch eine Person für eine Reise in den Süden schenken wollten, nahmen wir schnell Reißaus und versuchten mit unserer benebelten Wahrnehmung noch ein kurzes Gespräch mit dem Enkel zu führen. Da unser Kopfnicken und verständnisloses Schauen nicht unbedingt die Kommunikation beflügelte, verabschiedeten wir uns schnell wieder und düsten zum nächsten Reisfeld, wo wir ein paar tiefe Atemzüge machten, während Dr. Google uns schon im Krankenhaus mit Lungenödem sah. Wie hätte dieser unvergesslicher Aufenthalt in der bizarren Welt der Toraja passender enden können, als mit diesem Nahtoderlebnis light?!

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Abenteuer Sulawesi II – Leben um zu sterben: Im märchenhaften Land der Toraja (Teil 1)

Leider blieb uns nicht genug Zeit, um Sulawesi, das wie ein Farbklecks im Meer liegt, über Land zu duchqueren. Die Reisegeschichten über das Gebiet der Toraja, das im Süden der Insel liegt, hatten uns nämlich so gefesselt, dass wir möglichst schnell dorthin kommen wollten und deswegen wieder einmal ein Flugzeug betraten. Direkt im Anschluss ging es weiter mit dem Nachtbus, der uns durch die Serpentinen des Berglandes schaukelte, bis wir endlich in Rantepao landeten. Dort quatierten wir uns in einem schönen Homestay ein, dessen netter Besitzer diverse Tipps und Geschichten über bzw. aus der Region auf Lager hatte. Um der Müdigkeit zu trotzen tauchen wir am ersten Tag mit einem kleinen Spaziergang durch die Stadt in die märchenhafte Welt der Toraja ein. Passend zum Kultur- und Religion-Mix Indonesiens stolperten wir zuerst in eine große muslimische Hochzeit bevor wir in einem klitzekleinen Museum Informationen über dir außergewöhnlichen Bestattungsrituale der einheimischen Halb-Christen bekamen. Zumindest glauben wir, dass uns die etwas stark vom indonesischen Akzent gefärbten – wahrscheinlich englischen – Worte des Guides davon berichten sollten. 🙂 Beim Anblick der Bilder, hölzerner Totenfiguren und Mumien bildeten sich in unseren Köpfen aber sowieso ganz eigene Vorstellungen… Diese machten uns noch gespannter darauf, wie das alles zu einer Feierlichkeit zwischen den traditionellen Toraja-Häusern, die wie Wikingerschiffe an den Enden spitz und erhaben in den Himmel ragen, verschmilzt!

Am nächsten Tag holte uns der Guide Yuspan ab, um mit uns zu einem der größten Begräbnisse des Monats zu fahren. Wir hatten „Glück“: Eine reiche Familie hatte mehrere Hundert Gäste geladen, um den Abschied von der Seele der toten Mutter zu feiern. Nachdem wir uns mit einem typisch indonesischen Mitbringsel – Zigaretten – ausgestattet hatten, erzählte uns Yuspan mehr über den Glauben der Toraja. Die Bevölkerungsgruppe, die die Christianisierung vor Hundert Jahren nur milde interessierte, übernahm damals einen kleinen Teil der aufgezwungen Rituale und blieb großteils ihrem Glauben, dem Aluk, treu. Nach dem Aluk ist das menschliche Leben nur eine Übergangszeit bis die Seele in „Puya“ zum Ende ihrer Reise kommt. Da dies allerdings erst nach einer, manchmal jahrelangen, Ruhephase passiert, wird der Körper nach dem Tod mit Formaldehyd behandelt und in einem Sarg aufbewahrt. Der jetzt als „krank“ bezeichnete Mensch lebt weiterhin als Mitglied der Familie im Südraum weiter, wo er natürlich auch immer wieder mit Essen und neuer Kleidung versorgt wird. Haben die Angehörigen das nötige Kleingeld gesammelt und die Vorbereitungen fürs Begräbnis abgeschlossen, kann die Reise nach Puya losgehen. Da dies zu Fuß aber viel zu lange dauert, soll ein, oder am besten gleich 30 Büffel, dafür sorgen, dass Großmutter schneller ihm Reich der Ahnen, das „irgendwo im Süden liegt“, ankommt. Und weil man in Sulawesi ganz offensichtlich auf tote Tiere steht, wird geopfert was das Zeug hält!

Dieses Wissen sollte nun, am dritten Tage des Begräbnisses, dem großen Opferungstag, mit unvergesslichen Eindrücken bestückt werden. Ehrfürchtig betraten wir das Gelände hinter dem Anwesen der Familie, auf dem sich rot-schwarze Zuschauer Tribünen um den Opferungsplatz reihten und einen hervorragenden Blick auf den Sarg verprachen, der auf einer Bühne in der Mitte thronte. Wären die vielen Büffel, die mittels Nasenring an ihren Aufpasser gebunden waren, nicht gewesen, hätte man wohl eher denken können, auf einem Festival gelandet zu sein. Lagepläne verrieten wo sich das Empfangsgelände, die Bühne und sonstige Einrichtung befanden, während Einweiser halfen den Platz bei der richtigen Tribüne zu finden. Im Matsch des Opferungsplatzes quitschten die Flipflops der spielenden Kinder und aufgeregten Erwachsenen, die T-Shirts mit dem Konterfei der Person, deren Körper seit Jahren in Formaldehyd im Sarg ruhte, trugen. Wir überreichten unser Geschenk dem Sohn/Neffen/Schwiegerenkel – zugegeben, wir wissen es bis heute nicht – und schlenderten über den großen Platz auf denen Büffel, mit weißen Zahlen besprüht, ihrem Schicksal ausgeliefert waren.

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Während im Hintergrund der Zeremonienmeister die Nummern aufrief, für die der Daumen in ein paar Minuten nach unten zeigen würde, trotteten die mächtigen Tiere unwissend auf und ab. Verloren in der Ruhe vor dem Sturm, in der die Form der weißen Farbe auf der Haut über Leben oder Tod entschied, ließen wir uns noch zu einem Foto mit DEM Albinobüffel überreden. Das Tier war ein Mysterium, vor allem was Farbe und Preis anging: In vier Tagen wurden uns Preise zwischen 100 und 500 Millionen Rupien (7.000-35.000 Euro) zugetragen! Sein Ende war natürlich schon besiegelt, denn teures Blut gilt als der ICE nach Süden und somit wurde der Büffel, dessen warme Haut wir gerade noch berührt hatten als erstes auf den Platz geführt. Währenddessen brachten wir uns auf einer Tribüne vorsorglich in Sicherheit, da die Tiere im Todeskampf auch gerne mal ausbüchsen. Hunderte Augen, die meisten davon vor einer Kamera oder einem Handy, starrten auf den Vierbeiner dem ohne große Ankündigung die Kehle aufgeschlitzt wurde. Schwungvoll zog der Mann sein kleines Messer aus dem Gürtel und direkt durch des Tieres Hals, in dem eine klaffende Wunde zurückblieb, aus der das tiefrote Blut im Ryhthmus des Herzschlages herausspritzte. Der Büffel, dem der Verlust des Lebens wohl mit jeder Minute klarer wurde, war völlig erstarrt und es schien, als ob aus seinen Augen die Schreie kamen, die ihm der Schnitt durch die Kehle verweigerte. Während in unsere gedankliche Ohnmacht langsam bedrückende Überlegungen schlichen, fiel das Tier seitwärts zu Boden, wo sein Lebenssaft die weiße Haut schnell dunkelrot färbte. Ein jähes aufbäumen zerstörte sogleich die Hoffnung, dass es mit dem Todeskampf nun vorbei sei. Doch lange dauerte es nicht mehr, bis die Kraft endgültig aus den Beinen wich und der Büffel seiner Blutarmut erlag… Noch bevor die letzten Atemzüge getätigt waren, war auch schon der zweite Büffel auf der Einbahnstraße nach Puya. Um den Platz, auf dem aus warmen Leben ein kalter Tod gemacht wurde, standen so viele Menschen, deren offensichtlich endlose Sensationsgeilheit gerne Aug in Aug mit dem verendenden Tier stand. Die Kameras schienen wie Realitätsfilter, die das Geschehen in einer virtuellen Welt von unangenehmen Emotionen befreiten. Thomas dagegen blickte der Wahrheit ins Gesicht und kämpfte sogleich mit seinem Mitgefühl, das ihn auch blutleer fühlen ließ. Als er den roten Tamarillo Saft vom Frühstück auf den weißen Stufen der Tribüne verteilte, war Yuspan mit einem „Tidak apa apa!“ (Kein Problem!) gleich zur Stelle und platzierte uns im VIP-Bereich zur Erholung.

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Fotos zur Opferung der Büffel. ACHTUNG! Auf diesen Bildern ist viel Blut zu sehen.

Wer nach Büffel Nummer 5 nicht gegangen war, hatte sich mit dem Gemetztel abegfunden. Die Toraja, die jetzt erst richtig warm wurden, jubelten bei harten Todeskämpfen: Je öfter das Tier versuchte wieder aufzustehen, desto lauter lachte das Publikum. Von einer ehrfürchtigen Atmosphäre ob des wichtigen Ritus‘ war schnell keine Rede mehr! Ohne auf den Tod des gerade geopferten Büffel zu warten, ging man schon zum nächsten über. Der Matsch, der bald mit Zigaretten, Plastikbechern und -verpackungen übersäht war, triefte vor Blut und die toten Körper stapelten sich. In der Todeslust mussten auch diverse Schweine, ein Pferd, eine Kuh und ein Reh ihr Leben lassen. In den Ohren hallten sie schrecklichen Schreie der Schweine, das Summen der Fliegen und das Lachen der Leute. Dazu stieg einem der verbrannte Geruch der eben abgeflämmten Schweinehaut in die Nase, während vor den Augen die Schlachtermesse auf Büffelkehlen trafen und Kinder Karten spielten. Die Reizüberflutung paarte sich mit einer gewissen inneren Taubheit, mit der wir schlussendlich auf das Schlachtfeld blickten. Zwischen Exkrementen, Erde, Blut und Plastikmüll waren aus den eben so mächtigen Lebewesen Waren geworden: Fleisch fürs Abendessen, Büffelhörner als Deko fürs Haus und Büffelleder.

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Fotos zur Opferung der Büffel. ACHTUNG! Auf diesen Bildern sind viele tote Büffel zu sehen.

Schnell rückten die männlichen Angehörigen der Familien an, die einen Büffel gespendet hatten. Ausgestattet mit Messern jeglicher Art wurden die Häute feinsäuberlich vom Fleisch getrennt. Wie die Ameisen zerlegten sie die Tiere und transportierten Stück für Stück die Beute ab bzw. ließen liegen, was unbrauchbar war. So wurde aus einem Huf uns einer Schnur schnell ein Kinderspielzeug gefertigt… Währenddessen überblickte die Schwester der verstorbenen Frau die Zeremonie vom Thron des Todes, als wäre es die Wartehalle nach Puya!

Fotos zur Opferung der Büffel. ACHTUNG! Auf diesen Bildern sind gehäutete Büffel zu sehen.

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Geplättet vom eben Erlebten verließen wir die Feierlichkeiten, um in den weniger blutigen Teil des Nachmittages überzugehen. Da bei den Toraja ja weder Seele, noch Köper nach dem irdischen Leben zu Asche und Staub zerfallen, muss ein Grab mit Ausblick her! „Unter der Erde ist es doch viel zu beengt, da sieht man ja nichts“, erklärte uns Yuspan mit Blick auf die hängenden Felsengräber. Deswegen wird in Bäumen, Felsen und Häusern bestattet, je höher desto besser. Grabraub sei Dank landen heutzutage die formaldeyd-getränkten Körper im Grabhäuschen mit verschließbarer Tür. Die historischen Stätten in Lemo und Kete Kesu zeigten aber zerfallene Särge, die teilweise in Höhlen hingen, wo man sich im Dunkeln schon mal unabsichtlich auf einen Totenkopf am Boden abstütze! Dazu kamen große Galerien der berühmten Totenfiguren, Tao tao, die jeder Verstorbene beim Begräbnis erhält. Bei der Besichtigung eines Baumes in dem Säuglinge, die noch keine Zähne und somit keine Sünden hatten, bestattet waren, hatten wir wohl die außergewöhnlichste Grabanlage vor Augen…

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Zwischen so viel Tod strahlte das Leben von den Reisfeldern: Die Büffel suhlten sich im Wasser und ganze Dörfer halfen zusammen, um all die per Hand erledigten Schritte der Reisernte zu schaffen. Das Nationalgericht Papiong spiegelte die Liebe der Einheimischen zum Fleisch wieder: Ein großes Stück Bambus vollgestopft mit Huhn in Kokossoße. Die Büffel- bzw. Schweinevariante hätten wir an diesem Tag wohl nicht aus unseren Tellern ertragen…

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Außerdem bat uns der „Jesusberg“ auf dem eine angeblich noch größere Statue des gleichnamigen Mannes als auf dem Zuckerberg steht, einen schönen Ausblick auf das Toraja Land. Warum die Schüler einer Schulklasse in einem Kreis zusammensitzend Lieder sangen und Schilder mit Aufschriften wie „Menopause“, „Coitus“ und „Eileiterschwangerschaft“ trugen, werden uns unsere europäischen Gedanken wohl nie erklären. 🙂 Den Abschluss dieses intensiven Tages bildete ein Besuch beim Toraja International Festival, wo Tanzgruppen diverser Länder die Aufführung der nächsten Tage zwischen den traditionellen Toraja-Häusern probten.

 

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Abenteuer Sulawesi I – Vom Tauchen in Bunaken und dem Extremmarkt in Tomohon

Um nach Sulawesi zu kommen, lag ein langer Reisetag vor uns, bei dem wir die Vorzüge des Trolleys auf Flughäfen entdeckten. 🙂 Spätabends landeten wir dann in Manado, im Norden der Insel, die durch die christliche Dominanz wieder ein ganz neues Kapitel indonesischer Kultur für uns bereit halten sollte.

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Am nächsten Tag trennte uns nur noch eine kurze Bootsfahrt von Nina, Andi und Julia. Dazu balancierten wir über eine, dem Gewicht unserer Rucksackbepackten Körper gerade standhaltende Holzlatte auf das Boot, das die Insel Bunaken mit Touristen, Instant-Nudeln, Kinderspielzeug und was sonst noch das Herz oder der Magen begehrte, belieferte. Die kurze Fahrt verging, dank interessanter Gespräche mit äußerst weit gereisten Menschen, wie im Flug und brachte uns an den Strand Liang, wo sich unsere Reisetruppe wieder vereinte! Das wunderschöne Tauchresort, das für die nächsten Tage unser Zuhause werden sollte, zeigt sich mit seinem traumhaften Ausblick auf den Sonnenuntergang gleich von seiner besten Seite.

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Auf einer Insel, auf der es keine Verbindungsstraße zwischen den einzelnen Orten gibt und vor deren Ufern wunderschöne Korallenriffe warten, steht besonders eine Beschäftigung hoch im Kurs: Tauchen bzw. schnorcheln. Statt dem morgendlichen Surfbrett wachsen holte uns hier die Kompressoranlage aus den Tagträumen, die sich in die Unendlichkeit der salzigen Luft über dem ruhigen Wasser spannen. Opportunistisch sprangen auch wir vom Surfbrett aufs Boot und tauchten mit Schnorchel und Taucherflasche in den Minusbereich der Höhe, wo das Leben besser ohne Lungen funktioniert. So beeindruckend, wie sich die Unterwasserwelt vor unserer Taucherbrille darbot, hätte man auch fast aufs Atmen vergessen können! Denn obwohl mit jedem Meter in die Tiefe die Farbe Rot ein immer größeres Opfer der Dunkelheit wird, meldeten unsere Augen die farbenprächtigsten Fische und Korallen, die sich an steilen Felswänden Halt in der Strömung suchten. In der meditativen Ruhe des Meeres schwebten auch riesige Schildkröten federleicht durchs Wasser – ein Highlight jedes Tauchganges…

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Kathi nutzte die Gelegenheit für ihren open water Tauchschein und kämpfte mit ihren Tauchbuddies Micky, Susi und René gegen Neoprenanzüge, Wasser in den Ohren und negativen Auftrieb. Auch Nina und Thomas schnallten sich zum ersten Mal die Luft auf den Rücken und erlebten bei einem Schnuppertauchgang die faszinierende Welt, die sich unter dem Meeresspiegel eröffnet. Das einzigartige Erlebnis Seekühe in freier Wildbahn zu erleben, blieb am letzten Tag der schnorchelnden Gruppe, bestehend aus Thomas, Nina, Andi und Julia, vorbehalten. Absolut begeistert trugen sie die Geschichte aufs Boot, wo der ein oder andere Taucher seinen Neid nicht verbergen konnte. 🙂

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Um einen Tag Abwechslung in das Wasserratten-Dasein zu bringen, erwanderten Nina und Andi im schweißtreibenden Klima der Tropen die Vulkanspitze, die sich jeden Tag im Rot der Abendsonne auf die Fotos der Touristen brannte. Gezeichnet von einem anstrengenden Tag genossen wir den restlichen Tag gemeinsam am Strand, wo die Walbeobachtungstour mit einem ganz besonderen Fang nachhause kam: Statt Wahle vor die Linse zu bekommen, biss ein Marlin am Fischerhaken an und bescherte den Leuten ein unterwartetes Ende der Bootsfahrt. Nach der alltäglichen Routine der Diclofenac-Behandlung gegen DIE Rippe und dem Entzünden der Anti-Moskito Brennspirale erfreuten wir uns – wie jeden Abend – am guten Essen in toller Gesellschaft!

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So vergingen die letzten Tage zu fünft wie im Flug und endeten mit einer letzten Bootsfahrt, diesmal in unserer privaten Nussschale, zurück nach Manado, wo wir uns leider von Nina, Andi und Julia verabschieden mussten. Während es für sie zurück nach Österreich ging, fuhren Thomas und Kathi, nachdem endlich der richtige Bus gefunden wurde, weiter nach Tomohon.

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Das kühle Bergdorf Tomohon, das sich zwischen den aktivsten Vulkanen des Landes bettete, lockte vor allem mit einer – sehr makaberen – Attraktion: Dem pasar ekstremo (Extremmarkt). Da im Norden Sulawesis nicht nur Tiere auf den Teller kommen, die in unseren Breiten der Ethik weniger als Schnitzel als als süßes Haustier gesehen werden, hatte der Markt seinen Namen absolut verdient. Während aus den sterblichen Überresten von Schlangen, Fledermäusen und Wildschweinen noch das Blut tropfte, lagen die Hunde schon flammbiert neben ihren lebendigen Artgenossen… Wir wussten nicht, ob wir die schreckliche Käfighaltung zu Lebzeiten oder das schockerstarrte Gesicht der als schwarz verkokeltes Nahrungsmittel feilgebotenen Hunde schlimmer fanden… Auch der Fischmarkt hielt alles was sich so in den Gewässern dr Küstenregion tummelte in toter und lebendiger Form bereit. Etwas weniger morbid ging es glücklicherweise auf der anderen Seite, bei den pflanzlichen Lebensmitteln zu. Dort warteten Vitamine in verschiedensten Grün- und Rottönen darauf in den Körben der Käufer zu landen und bei einer erfrischenden Scooterfahrt an Vulkanen und Seen vorbeigetragen zu werden.

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Back to Balis Wellen und Tempel: Mit Verstärkung von Balangan bis Ubud

Nach einem Monat ließen wir Java wieder hinter uns und drehten um Richtung Bali. Bobby wurde unter Keuchen und Schwitzen artgerecht verpackt und gemeinsam mit unserem Baby hoben wir von Yogyakarta mit dem Flieger ab nach Denpasar. Während Thomas seine Rippe röntgenbeleuchten ließ, empfing Kathi freudig neuen Besuch aus der Heimat: Nina, Andi und Julia hatten sich auf den Weg ins tropische Bali gemacht. 🙂 In Balangan hatten wir unseren ersten Stopp geplant und feierten das Wiedersehen. Unser wunderschöner Bungalow versprach definitiv erholsame Tage! Leider konnte man das von den Wellen eher weniger behaupten… Riesenbrecher klatschten steil und gewaltig auf die Wasseroberfläche und brachten selbst geübte Surfer aus ihrer Komfortzone.

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Deshalb genossen wir erstmal frische Kokosnüsse, abendliche Meditationen und bestes Mie Goreng bei balinesischem Gamelan-Gedudel, während uns die Sonne auf den Bauch schien! Thomas und Julia konnten nur vom Surfen träumen und mussten währenddessen Diclofenac schmieren bzw. den von einer österreichischen Biene zerstochenen Fuß hochlagern… Kathi wagte sich irgendwann ins line up, stellte jedoch bald fest, dass der Spaß vom Strand winkte, während die Wellen in den Krieg gezogen schienen. Als auch noch die Surfschüler samt Brettern ohne Rücksicht auf Verluste durch die Luft flogen, war es für sie eindeutig Zeit, das Schlachtfeld zu verlassen. Nina bewies großes Durchhaltevermögen, trotze dem undankbaren Riffuntergrund und begab sich – nach einer detaillierten Theorieeinheit – ins sprudelnde Weißwasser. 🙂

Auf der Suche nach einer etwas freundlicheren Welle dachten wir am Strand mit dem schönen Namen „Dreamland“ fündig zu werden. Der Ausblick über den Klippen lud definitiv zum Träumen ein, während auch hier im Wasser scharfsinniger Verstand gefragt war! Thomas ignorierte den schmerzenden Muskel und paddelte hinter die Brandung, die für Kathi und Bob zum Verhängnis wurde… Nach fünf Minuten mussten Kathis Oberschenkel und Bobs Nase, dank einer unschönen Begegnung mit dem Riff, verwundet aus dem Wasser gebracht werden. Thomas dagegen rauschte die Salzwasserberge hinunter und schwebte völlig stoked im 7. Surferhimmel!

Der schönen Wiedersehen nicht genug, holte uns nach drei Tagen im Süden von Bali Ringo ab und brachte uns nach Canggu, wo wir uns in „unserem“ Homestay schon mehr zuhause als auf Urlaub fühlten. 🙂 Andi konnte gleich seine hervorragenden Scooter Kenntnisse unter Beweis stellen, denn ohne diesen fahrbaren Untersatz ist der Bali-Urlaub ja nur halb so authentisch. Um die volle Portion Bali-Feeling zu bekommen wurde Canggu auch genutzt um zur Melodie von Klangschalen zu meditieren. Da Bob sich im Surfboard-Krankenhaus einem plastisch-chirurgischem Wiederherstellungeingriff unterziehen musste und Kathi noch etwas bedient war, blieben sie im Trockenen, während der Rest der Truppe ins salzige Nass zog. Unterstützt von den Männern, die als Surfinstruktoren und Anschubser fungierten, surften die Frauen auf den großen Wellen von Berawa erfolgreich ihre Bretter zum Strand.

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Als wir eines Abends die letzten Stunden des Tages in einer Strandbar genießen wollten, staunten wir nicht schlecht, als plötzlich vor unseren Augen eine riesige Schildkröte an den Strand zur Eierablage geschlichen kam! Das arme Tier war durch das Licht und die laute Musik des Beach Clubs vollig verwirrt und buddelte ewig an der Mauer des Gebäudes. Wir beobachteten das Spektakel aus der Ferne und sahen traurig zu, wie Touristen und Einheimische dem Tier viel zu nahe kamen und mit Lampen störten…

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Natürlich sollte auch das Kulturprogramm nicht zu kurz kommen! Aus diesem Grund fuhren wir, mit äußerst vielen anderen Touristen, die die gleiche glorreiche Idee hatten, zum Tempel Tanah Lot. Das wasserumspülte Bauwerk konnte nur bei Ebbe erklommen werden und füllte unser Vorstellungsvermögen schnell mit abenteuerlichen Bildern, auf denen die Gischt bei Flut dramatisch an die Felswände schlug. Doch auch bei niedrigem Wasserstand war der Ort in eine magische Atmosphäre gehüllt, welche vom Sonnenuntergang auch noch ins richtige Licht gesetzt wurde. Ein kurzer Blick in die Höhle der heiligen – und hochgiftigen – Schlange, die angeblich nicht zubeißt reichte uns an Aufregung für den Tag. Mit dem heiligen Wasser der Süßwasserquelle, die aus dem Felsen, auf dem sich der Tempel erhob, entsprang, und ein paar Reiskörnen wurden wir gesegnet und erkauften uns so das Recht ein paar Stufen auf das Heiligtum hinaufzusteigen. Viel schöner zeichnete sich der Sonenuntergang aber von den Plätzen im Fußvolk in den Himmel und so genossen wir die letzten Minuten des Tageslichtes vom Strand aus.

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Leider machte uns der letzte Abend in Canggu einen gehörigen Strich durch die Urlaubsrechnung, genauer gesagt vor allem Julia und Kathi. Als Dessert nach dem Besuch eines fancy Grillrestaurants nahmen sich die beiden eine Lebensmittelvergiftung mit, die sie erstmal zwei Tage ans Bett fesselte… Nina und Andi schnupperten deshalb schon ein bisschen Hipster-Luft in Ubud bevor sich die Krankenpartie mit Thomas auch auf den Weg in die kulturelle Hauptstadt der Insel machte. Zu viert wurden die Reisfelder und Tempel in der Nähe rekonvaleszenz gerecht erkundet, während Kathi als schwächstes Glied der Kette das Hotelzimmer bald schon auswendig kannte. Trotzdem erfreuten wir uns alle an den entspannten Schwingungen, die das Wassergeplätscher der vielen Tempel-Brunnen durch den Ort trug.

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Wenn ein Surfurlaub ins Wasser fällt: Rippenschmerzen und Idul Fitri in Batu Karas

Ritsch-ratsch, ritsch-ratsch… Allahu akbar… Noch bevor die Sonne aufgeht, erwecken uns langsam der Muezzin und das Geräusch, das in die Luft getragen wird, wenn Wachs auf ein Surfboard gerieben wird. Die ersten Anzeichen der Sonne tauchen die Bucht von Batu Karas in ein dunkles grau, was die ersten Surfer veranlasst, sich in die schemenhaften Wellen zu begeben. Obwohl der große Feuerball am Himmel das kleine Fischerdorf bald in alle Farben getaucht haben wird, bleibt es verschlafen und ruhig. Es ist Ramadhan und während sich das Leben von der Straße in die Häuser zurückgezogen hat, tauchen wir ein in die verlassenen Wellen, die unaufhörlich die weiße Gischt an Land bringen.

Nach einer Woche Trockenzeit mussten wir Bob einfach wieder zu Wasser lassen und begaben uns deshalb nach Batu Karas, wo Kathi vor zwei Jahren zum ersten Mal ein Surfboard zwischen die Finger bzw. unter die Füße bekam. Die Rückkehr erweckte schöne Erinnerungen und ließ unsere Herzen höher schlagen, hatten wir doch hier eine Welle vor der Haustüre, die jung und alt auf jeglichem surfbaren Untersatz eine gefühlte Ewigkeit übers Meer trug! Die Handvoll Unterkünfte, die sich an der Promenade entlang aneinander reihten, spuckten jeden Tag Surfer aus Australien bis Kolumbien und Kanada bis Madagaskar aus, die den Felsen entlang stapften um mit ihren Brettern im line up zu landen. Da dort nicht nur gepaddelt, gesurft und genosedived, sondern auch viel gequatscht und gelacht wurde, fühlte man sich schnell wie in einer großen WG, die natürlich keiner schon nach ein paar Tagen verließ. 🙂

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Leider hatte für Thomas der Spaß im Wasser bald ein Ende: Die Überbelastung schlug ihm derart auf die Rippen, dass nicht nur das Sitzen, Liegen, Stehen, sondern auch das Mopedfahren, geschweige denn das Paddeln möglich war… Eine Ferndiagnose von Dr. Stelzeneder ergab eine Zerrung des Seratus Anterior und Weiterführung der begonnenen Diclofenac Therapie. In einem Ort, in dem das Surfen das Monopol auf Freizeitbeschäftigungen und Gesprächsthemen hat, verdunkelte sich durch die Verletzung natürlich auch schnell das psychische Wohlbefinden. Deshalb suchte sich Thomas schon bald eine Beschäftigung neben seiner Tätigkeit als Surffotograf: Beim pensionierten Lehrer Bill konnte er seine indonsischen Zweiwortsätze auf ein neues Niveau bringen und dadurch noch mehr ins Leben hier eintauchen.

Schnell hatten wir uns zu einer kleinen Surffamilie zusammengefunden, die gemeinsam beim Abendessen mit Gesprächen über Wellen, Rippen und die indonesische Sprache den Tag ausklingen ließ. Mit Ella und Michael aus Australien und Marvin aus England war eine bunte internationale Gemeinschaft zusammengekommen. 🙂 Wir genossen gemeinsam das Salzwasser aus dem Meer und flüchteten zu einem Schokomilkshake, wenn mal wieder das Süßwasser in Strömen vom Himmel rauschte. Am Wochenende gönnten wir uns den leckersten Fisch, der direkt vor der Tür mit den Fischerbooten landete! Unser stark ausgeprägtes Wohlbefinden gründete natürlich nicht nur auf Wellen und Essen, sondern auch der Freundlichkeit mit der man hier (so wie bis jetzt überall in Indonesien) empfangen wird: Jede Begegnung beginnt mit einem Lächeln! 🙂 Auch der sehr liberal gelebte Islam änderte das ein oder andere Bild, das wir in unseren Köpfen von dieser Religion manchmal haben. Wenn ein Kopftuch zu einem Schmuck wird, der auf vehementes Verhandeln, lautes Lachen und raketenschnelles Scooterfahren aufgesetzt wird, weiß man, dass hier das Wort „Unterdrückung“ fehl am Platz ist. Nochdazu wenn man unzählig viele Männer sieht, die keine „Sonntagspapas“ sind, sondern alle alltäglichen Aufgaben mit Kind erledigen…

Nach ein paar Tagen gesellte sich auch Kathi ins Krankenbett: Eine Ohrenentzündung machte sich bemerkbar. Um einem Verlauf wie in Nicaragua Einhalt zu gebieten, wurden allerdings gleich alle Geschütze aufgefahren und so verbrachten wir nur drei Tage damit viele Selfies zu machen und zu überlegen, wer denn jetzt ärmer dran sei. 🙂

Doch auch ohne unsere Wehwehchen, hätten wir uns vermutlich ab 26.6. nur im Zimmer eingesperrt. Denn da brach Idul Fitri und damit die Bewohner von ganz Jakarta und Bandung über das klitzekleine Fischerörtchen herein… Eigentlich begann ja alles ganz ruhig, denn mit dem Anfang des Zuckerfestes am Abend des 24.6. schienen alle Einheimischen zuhause zu feiern, denn die wenigen Surfertouristen versammelten sich alle im einzigen Restaurant, das an diesem Abend seine Türen nicht geschlossen hielt. Doch auf die Ruhe folgt bekanntlich der Sturm… und wie: Nachdem der Dauer-Allahu akbar-Gesang die GANZE Nacht durch den Moscheelautsprecher dröhnte, begaben wir uns mit Sonnenaufgang auf unseren Balkon und trauten unseren Augen nicht! Parkplatz, Straße, Strand und Wellen waren verschwunden und von einer unzählbaren Menge an urlaubswütigen Indonesiern bedeckt. Mit Selfiestick bewaffnet, schlemmten sie alles, was noch irgendwie in den brechend vollgeladenen Pick-up passte. Nachdem Jung und Alt heiser vom Schreien in Bananaboat und Riesentubes und die Jeans, T-Shirts und Kopftücher klatschnass waren, konnte man sich bis zum Sonnenuntergang auch mit frittierten Bananen und Eis versorgen. Wenn die Musik des Eisverkäufers endlich aus unseren Ohren und die meisten Leute wieder auf die andere Seite des Hügels verschwunden waren, trauten wir uns wieder zum Abendessen raus. Bevor der Wanderzirkus am nächsten Tag wieder mit Sonnenaufgang auf der Sandmatte stand, durchsetzen noch ein paar Feuerwerke und Gebetsgesänge die Nachtruhe… Nach zwei Tagen hielten wir das Spielchen nicht mehr aus und fuhren mit dem Roller in die Freiheit! Vorbei an wunderschönen Reisfeldern, Kokosnussschalenmahlfabriken 🙂 und Straßenständen machten wir uns zuerst auf zum Markt in Cijulang und dann weiter zum Strand mit dem Batu Hiu, dem Haifelsen. Dort genossen wir die Aussicht bis uns die fordernden „Photo, Mister?“-Blicke doch zu viel wurden und wir wieder aufs Moped stiegen. In einer kleinen Schildkröten-Auffangstation konnte Thomas seine Indonesischkenntnisse wieder unter Beweis stellen bevor wir in den Sonnenuntergang zurück fuhren.

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Und noch ein Sonnenaufgang… wie Borobudur und der Indonesisch-Wortschatz in Yogyakarta erstrahlten

Ein bisschen Großstadtfeeling, bitte! Nach Meer und Bergen fehlte das nämlich noch auf unserer abwechslungsreichen Tour durch Java. Deshalb traten wir die, mit Bob wiedereinmal etwas beschwerliche Reise nach Yogyakarta an. Am Abend landeten wir in der großen Asphaltwüste, wo wir im Becak an mit blinkenden Neonlichtern verzierten Fahrradrikschas vorbeizogen. Darin erfreuten sich vor allem die jungen Frauen am tausendsten Selfie, das sie beim Treten im psychedelischen Mobil zeigte. Wir hingegen freuten uns auf ein Bett, bevor es am nächsten Tag zum dritten Mal vor Sonnenaufgang los ging.


Während „Jogja“, wie die Studentenstadt im Volksmund gennant wird, noch im Schlaf lag, machten wir uns mit dem Moped um 4:30 Uhr auf durch die dunklen Straßen ans nördliche Ende der Stadt. Unser Ziel war der große buddhistische Tempel Borobudur! Mit dem ersten Licht, das die Farben in die Landschaft zauberte, erstrahlte in unserem Rücken auch der Vulkan Merapi in malerischem Rot. Pünktlich zum Sonnenaufgang hatten wir es zu dem großen Bauwerk geschafft, wo die vielen Buddha Statuen in mystisches Licht gehüllt waren. Wir arbeiteten uns, in verkehrter Reihenfolge, von der erleuchteten Ebene, die mit ihren Glocken ähnlichen Figuren weit über dem Dschungel trohnte, bis zum Boden, wo unzählige Fresken die menschliche Lebensweise darstellte. Erfreulicherweise hatten wir den Tempel teilweise fast für uns alleine und konnten so die Atmosphäre genießen. Als die Muezzinrufe durch die Bäume hallten, waren wir wieder fasziniert, wie einfach es doch ist, mit verschiedenen Religionen Tür an Tür zu wohnen…

Am Rückweg wählten wir statt der Schnellstraße eine Fahrt durchs Hinterland: von einem satten grünen Reisfeld zum nächsten! Durch wunderschön üppige Vegetation schlängelten sich kleine Straßen, auf denen wir mit dem Moped ins javanesische Leben eintauchten. In Jogja empfing uns dann wieder der normale indonesische Verkehrs-Wahnsinn. 🙂

Thomas packte mal wieder der Eifer, weswegen er sich für ein bisschen Sprachunterricht entschied, während Kathi die ein oder anderen (organisatorischen) Dinge erledigte. Arsih brachte Thomas in humorvoller Art und Weise die wichtigsten Phrasen fürs Reiseleben bei und ließ ihn mit nicht wenigen Hausaufgaben die Nachmittage verbringen.

„Jogja“ wie die hippen Backpacker sagen, war jedenfalls nicht das touristische Großkaliber für das man es nach Reiseführerlektüre halten könnte… Männer, die ungefragt in den Bart greifen / ihre Telefonnummer in Notizbücher kritzeln, die Lautstärke, das Dauerhupen und die Hitze werden in der einschlägigen Literatur ebensowenig erwähnt wie dass die suizidale Idee, zu Fuß zu gehen, nicht SOFORT von den Schreiberlingen im Keim erstickt wird. Die Lösung, sich ein (rosa) Fahrrad zu leihen, gab ein subjektiv besseres Gefühl, objektiv sollte man diese Handlung aber wohl als ebenso bekloppt abtun. Thomas wurde wegen zu legerer Kleidung (und mangelndem Bestechungsgeld) aus dem Immigrationsamt geschmissen und musste in Ermangelung einer langen Hose am nächsten Tag die lange Skiwäsche unter der kurzen Hose tragen… bei 32°C. Der amüsante Sprachunterricht gefiel ihm hingegen irre gut und legte den Grundstein für die kommenden Kommunikationen, sparte bei zähen Verhandlungen oft Geld und öffnete immer wieder ein paar kleine Türen mehr als die Indonesier ohnehin schon für Fremde offen halten. Die Intensität der Hausaufgaben und Vokabeln versetzte Thomas aber in die Schulzeit zurück und ließ ihm nur zwei freie Abende; Ein Besuch im Wasserpalast, im berühmten Schattentheater und in einem Gudeg-Lokal, wo Jackfruit und Fleisch in Kokosmilch und Zucker serviert werden, waren jedoch drin.

Von den Wellen auf die Vulkane – Pulau Merah, Kawah Ijen und Gunnung Bromo

Nach zwei Wochen auf Bali zog es uns weiter auf die nächste Insel: Java. Also schnallten wir die Surfbretter aufs Autodach packten unsere Rucksäcke auf die Rückbank und fuhren mit Lisi, Ringo und Seno los Richtung Fährhafen in Gilimanuk. Unzählige Reisfelder zogen an der Fensterscheibe vorbei, während der Regen auf die Pflanzen und unser Gefährt niederprasselte. Mit jedem Kilometer, den wir weiter in den Norden fuhren, nahmen die Touristenzahlen ab und die der Reisbauern zu. In Gilimanuk bekamen wir schnell einen Platz auf einer der vielen Fähren, die uns über den kurzen Seeweg, vorbei an der starken Strömung, zur bevölkerungsreichsten Insel Indonesiens bringen sollte. In Ketapang angekommen, hatten wir noch zwei Stunden Fahrt vor uns, für die wir uns erstmal in einem traditionell javanesischen Restaurant stärkten. Kurz vorm Ziel leuchteten uns dann schließlich die Dragonfruit Plantagen, die wie Weihnachtsbeleuchtung in die Dunkelheit strahlten, den Weg bis an unser Ziel, Pulau Merah.


Am ersten Tag zeigte uns Java, dass die Regenzeit noch nicht ganz vorbei war und begrüßte uns mit einem fetten Regenschauer. Auch mit dem Ramadan mussten wir uns erst anfreunden, denn Essen bekamen wir nur in einem Warung, der glücklicherweise den Fastenzeiten trotze und uns auch noch nach 4:30 Uhr Frühstück servierte. Sogleich wurden die Bretter gewachst und durch das Süßwasser vom Himmel zum Salzwasser über dem Sand getragen. Ein völlig leeres Line up ließ unsere Herzen höher schlagen, die beim Paddeln gegen die starke Strömung ihre höchste Pumprate erreichten.


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Am Abend füllten wir unsere entsurften Energiereserven wieder mit Nasi campur auf oder genossen traditionelles Fisch BBQ, bei dem ein Ventilator erfolgreich als Befeuerungs-Hilfsmittel eingesetzt wurde. Natürlich durfte die obligatorische Gitarre nicht fehlen, die den Gesang unserer Meerwasser geölten Stimmen untermalte. Bevor wir mit Wellen vor dem inneren Auge ins wohlverdiente Traumland schaukelten, hörten wir noch den Regentropfen zu, die scheinbar unaufhörlich auf die Dächer trommelten.


Nach zwei Tagen am einsamen Strand von Pulau Merah ging es auch schon wieder weiter ins Trockene. Unsere surfbaren Untersätze kamen wieder auf unseren fahrbaren, mit dem wir uns zurück zur Grenzstadt Banyuwangi aufmachten. Dort hieß es Abschied nehmen von unseren indonesischen Bekannten und leider auch von Lisi! Während die drei ihre Weiterreise nach Bali antraten, kamen wir in einem typisch indonesischen Hotel unter, das für den unschlagbaren Preis von 7€ für ein Doppelzimmer nicht nur Frühstück, sondern auch eine eiskalte Schöpfdusche und eine süße kleine Maus inkludiert hatte. Unseren überraschenden Untermieter beförderten wir mit vereinten Kräften hinaus in artgerechteres Gebiet und freuten uns auf langes Ausschlafen. Da hatten wir jedoch die Rechnung ohne die Muezzine gemacht, die von den fünf Moscheen, die uns umzingelten, ab 4:30 Uhr zum Fasten aufriefen. Mit ihren Gesängen schienen sie dabei, äußerst kompetitiv, lauter als die anderen seien zu wollen, was gegen Ende hin klang als würde der Gewinner neben uns im Bett stehen… Nachdem wir natürlich nach Sonnenaufgang kein Frühstück mehr im Hotel bekamen, stellten wir uns der Herausforderung Essen zu finden! Hungrig passierten wir einen geschlossenen Warung nach dem anderen und stolperten schließlich in den Vorgarten von Yacob, der gerade ein kleines Café eröffnet und durch seine Arbeit als Künstler und in der Touristenbranche viel zu erzählen hatte. 🙂 Den interessanten Vormittag schlossen wir ab mit einem Spaziergang durch die Stadt, wo wir doch noch den ein oder anderen offenen Warung fanden, der durch einen Vorhang die Bevölkerung – und anscheinend Gott – vor dem Anblick der essenden Genossen schützen sollte (oder vielleicht umgekehrt…). Wir beschlossen ab jetzt Wege über 100 Meter in indonesischen Städten definitiv immer mit dem Scooter zu fahren, da dies unsere (gefühlte) Sicherheit wohl drastisch erhöhen würde.


 

Bevor es zu unserem nächsten Abenteuer und Grund, warum wir uns in Banyuwangi aufhielten, ging, erweiterten wir unseren bescheidenen Indonesisch-Wortschatz in einem klitzekleinen Lokal. Die überaus netten Besitzern hielten den wohl ersten Besuch eines westlichen Touristen direkt fotografisch fest und wünschten uns einen guten Aufstieg zum Vulkan Ijen. Nach einer Stunde „Schlaf“ machten wir die Nacht zum Tag und fuhren um Mitternacht zum Anfang des Wanderweges. Um 2 Uhr passierten wir, ausgestattet mit Taschenlampe und Gasmaske (gegen die giftigen Schwefeldämpfe) den Eintritt und setzten über teils ziemlich steile Strecken einen Fuß vor den anderen bis zum ersten Aussichtspunkt. Dort kauerten schon die ersten Touristen und erhofften einen Blick auf die blauen Flammen zu bekommen. Der Weg hinab in den Krater, bis zu den im Dunklen leuchtenden Schwefeldämpfen war wegen erhöhten Messwerten gesperrt und so erspähten wir von oben die unwirklichen kleinen blauen Lichterschwaden. Für die Schwefelarbeiter, die „einen der härtesten Jobs der Welt“ machen und für einen Hungerlohn drei Mal täglich bis zu 90 Kilo Schwefel in ihren Körben schultern, um ihn dann zu Fuß hinauf zum Kraterrand zu tragen, galt die Sperre wegen der erhöhten Toxizität natürlich nicht. Wie die Vorboten der Hölle wandelten zwei von ihnen geisterhaft durch die Menge, die ganz still wurde als „Attention, the minors“ durch den Wind schallte. Die ersten Arbeiter hatten wohl schon in der ersten Stunde des Tages mit ihrer Arbeit begonnen… Nachdenklich atmeten wir durch unsere Gasmaske und bewegten uns weiter zum Ziel des Aufstiegs; dem Sunrise point. Der Weg führte uns knapp unter dem Kraterrand an der Außenwand vorbei, wo die Pflanzen wieder vor Lebendigkeit strotzen und uns dank ihrem Grün zu besserer Atemluft verhalfen. Kurz nachdem wir am Ende des Weges angekommen waren, war jegliche Wärme aufgebraucht​ und so zitterten wir im eiskalten Wind den ersten Sonnenstrahlen entgegen, die leider anfangs weniger für einen Temperaturanstieg, dafür aber ein traumhaftes Licht verantwortlich waren. Und so entwickelt sich aus dem Schleier der Nacht langsam der riesige Kratersee, das „größte Säurefass der Welt“, welches jegliche Chance auf Leben um sich auf den Wert seines pHs verringerte, während dahinter die begrünten Kegel diverser Vulkane sichtbar wurden. Nachdem wir uns irgendwann doch an der wunderschönen Wolkendecke satt gesehen hatten, traten wir unseren Heimweg an und marschierten vorbei an den Mienenarbeitern bis zum Eingang, wo wir die Schiunterwäsche wieder gegen kurze Hosen tauschten.

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Mit einem kurzen Nap war die Nacht nachgeholt und versorgt mit unserem Ramadan-Essen – Keksen – begaben wir uns zum Bahnhof, wo unsere erste Fahrt mit Bob, unserem Surfboard, bevorstand. Ohne Stau, verrückte Überholmanöver und dem Gefühl, dass gleich das Fahrzeug auseinander fällt, dafür aber mit Blick auf die unendlichen Reisfelder und entspannter Geschwindigkeit gings auf den Schienen Richtung Probolinggo. Kurz vor 17:30 Uhr machte sich ein Gefühl der Vorfreude in den Sitzreihen breit während die Augen der muslimischen Passagiere ungeduldig auf das Essen starten, das sie vor sich ausgebreitet hatten. Als der Zug kurz bei einer Moschee stoppte, war es dann so weit: Mit dem ersten Wort des Muezzin Rufes wurden die Brotdosen geöffnet, die KFC Chicken Wings ausgepackt und die Pop Mie Suppen verschlungen. 🙂

Ziemlich erschöpft landeten wir am Abend in Probolinggo wo uns zwei kräftige Becak-Fahrer mit ihrer Fahrradrikscha zu einem schönen Homestay brachten. Den nächsten Tag nutzen wir, um Schlaf nachzuholen und die äußerst untouristische Stadt ein bisschen zu erkunden, bevor es Tags drauf weiter nach Semoro Lewangang, in höhere und damit auch kältere Lagen ging.


Im Bus fanden wir uns zu einer internationalen sechsköpfigen​ Backpackergruppe zusammen, die das gemeinsame Ziel hatte zum ‚King kong hill‘ zu wandern, um dort den Sonnenaufgang zu betrachten. Also genossen wir verfrühten Nasi Goreng, statteten uns mit Wollmützen aus und kappten mal wieder unsere Schlafstunden.


Um 3:30 Uhr ging der Aufstieg los, beleuchtet durch Stirnlampen, Mond und die Milchstraße (Danke an Max für das Foto!). In der Dunkelheit stapften wir steile Trampelpfade hoch und phantasierten über die Landschaft, die sich in der Abwesenheit des Lichtes versteckte. Mit den letzten Minuten unseres Aufstiegs hatte auch die Sonne den Horizont erklommen und präsentierte uns einen atemberaubenden Ausblick. Märchenhaft schlich der Nebel über dem Boden aus dem ein Vulkan mit einer derart unwirklichen Gestalt empor wuchs, sodass wir sprachlos auf das Bild vor unseren Augen starten, das langsam in Farbe getaucht wurde. Lange  schauten wir diesem schönen Naturschauspiel zu, bevor wir uns wieder ins Tal begaben. Dabei wanderten wir vorbei an Gemüsefeldern, auf denen gerade fleißig geerntet wurde und belohnten uns in Semoro Lewangang mit einem großen Frühstück, bevor es müde und erschöpft zurück nach Probolinggo ging.

© Max Schmedes

Indo waves, wir kommen! Tempel, perfekte Wellen und zwei Wiedersehen auf Bali

Um ins Paradies für jeden Surfer zu gelangen, tauschten wir mal wieder das Bett gegen eine Nacht im Flugzeug und landeten erstmal in Kuala Lumpur. Dort reihten wir uns mithilfe der Phrase „Ob du wirklich richtig stehst, siehst du, wenn die halbe Haushaltsgeräte-Abteilung mitreist!“ in der richtigen Schlange nach Jakarta ein und betraten dann endlich indonesischen Boden. 🙂 Während im wohl raucherfreundlichsten Land der Welt die ersten Passagiere ihre Zigaretten direkt beim Betreten des Flughafens anzündeten, machten wir uns flotten Schrittes auf zum dritten Flieger. Schon beim Check-In stach die Qualität von LionAir nicht unbedingt heraus, aber nachdem wir überlegten, wie viele Verkehrsmittel, die wir in den letzten Monaten genommen hatten, dem TÜV wohl standgehalten hätten, wagten wir auch diese Reise. Glücklich aber ziemlich erschöpft landeten wir auf Bali, wo wir schließlich noch mit zweistündigem Stop-and-go im Höllenverkehr von Kuta zu kämpften hatten, bevor wir endlich in Canggu ankamen. Dort wartete, vor allem für Kathi, ein sehr schönes Wiedersehen mit ihrer Schwester Lisi! 🙂 Wir verbrachten den Abend bei einem leckeren BBQ und tauschten längst überfällige Homie Geschichten aus, bevor es für uns todmüde ins Bett ging.


Am nächsten​ Morgen tauchten wir mit einem fancy Frühstückslokal direkt ein in die Hipster Welt von Canggu, wo die Acai mit der Kokosnuss um den Titel „Bestes Superfood auf der Speisekarte“ kämpft. Opportunistisch unterstützen wir alle Parteien und kosteten uns durchs Menü, das sechs Monate mittelamerikanisches Frühstückstrauma wieder gut machte. Danach zogen Kathi und Thomas in einen unglaublich netten und wunderschönen Homestay, den sie von ihrem Bali Aufenthalt vor zwei Jahren kannten. Dem Jetlag trotzend begab sich Thomas in die schönen Wellen von Berawa Beach, während Kathi und Lisi die Abendstimmung am Strand genossen. Im Warung (kleines Essenslokal), der als Wohnzimmer der Locals diente, stellte uns Lisi bei Mie und Nasi Goreng die gesamte Surf-Community vor, allen voran Ringo, den sie im Surf Camp kennengelernt hatte.

Wie das an Orten mit guten Wellen, netten Leuten und vielen Sonnenstrahlen so ist, verzögerte sich unsere Weiterreise etwas. 🙂 Die täglich Routine bestand aus ausgedehnten Frühstücken und Abendessen mit Lisi und Ringo und perfekten Surfeinheiten, die nur manchmal von dem überfüllten Line up getrübt wurden. Danach ließen wir das Salz auf unserer Haut im Sonnenschein am Strand trocknen oder flitzen mit den Scootern zwischen den Reisfeldern entlang zu anderen Stränden oder Surfshops. Leider fehlte dabei oft einer der Truppe, da wir drei nacheinander das Krankenbett hüten mussten…