La Pura Vida en Costa Rica: Wasserfälle, Nebelwald und Ziplining

​Nach exakt 2 Monaten verließen wir am 09.01. Nicaragua, um das Kapitel „Costa Rica“ in unserem Reisetagebuch zu beginnen! Der Abschied fiel uns nach 8 Wochen in dem Land, in dem wir so viele Abenteuer erlebt und nicht weniger viele nette Menschen kennen gelernt haben, zwar schwer, wir freuten uns aber auch zu neuen Ufern aufzubrechen. Wir verließen Nicaragua mittels drei typischer Busfahrten: Zuerst quetschen wir unsere Rucksäcke (und uns) in einen Microbus, dann stiegen wir in einen Chicken-Bus, der mit vielen Überholmanövern glänzte, denen man eine gewisse Suizidabsicht unterstellen könnte und zum Schluss genossen wir die letzte Busfahrt wieder mit etwas mehr Menschen, als ursprünglich für den Bus zugelassen. Bei der Grenze verlief alles reibungslos und schon saßen wir im Bus Richtung Liberia. Da dieses Gefährt anscheinend genügend Sicherheitsvorkehrungen entsprach, die ein Aufkleben von unzähligen „Gott beschützt diesen Bus“ überflüssig machten und darüberhinaus nur mit einer Handvoll Leute gefüllt war, fiel schnell jegliche versteckte Anspannung ab und schlafend wurden wir in die zweitgrößte Stadt Costa Ricas befördert.

In Liberia gestaltete sich die Hostelsuche etwas schwierig, weil jede Unterkunft, die wir ansteuerten ausgebucht war. Irgendwann hatten wir dann doch Glück und verbrachten den Abend gleich damit unsere Weiterreise zu planen. Am nächsten Tag mussten wir unser Sightseeing-Programm auf die Besichtigung der Kirche „Inmaculada Concepción de María“ (was sonst…) beschränken, da der Bus nach La Fortuna wartete. Mit definierten Busticket-Schaltern, zugewiesen Sitzplätzen und Gepäcksfächern kommen nämlich leider auch niedrige Busfrequenzen (Abfahrt meistens zweimal am Tag; ca. 5:00 morgens und ca. 16:00) und ewig lange Busfahrten durch an die Straßen angepasste Geschwindigkeiten..


Anfangs fuhren wir noch durch das schöne Bergland, das mit seinen „Almhütten“ heimatliche Gefühle hervorrief, bevor uns in Regen und Wolken dämmerte, dass der Sturm von dem im Fernsehen berichtet wurde, genau über unserem Zielort hing. In La Fortuna war nichts vom schönen Vulkan Arenal sowie generell von der Umgebung zu sehen und nachdem selbst die Regenjacken durchnässt waren, machten wir es uns für die nächsten drei Tage im Zelt gemütlich. Bei einem Versuch den Cerro Chato zu einer Lagune hinauf zu wandern, gaben wir bei der Hälfte – aufgrund matschiger Wege und Nebel vergangener Aussicht – auf. Dagegen war ein Ausflug zum Wasserfall „La Fortuna“ ein größerer Erfolg: Am Weg dorthin regnete es kaum und bei einer erfrischenden Kokosnuss leistete uns dann auch noch ein etwas größeres Hausschwein Gesellschaft. Oben angekommen zahlten wir zwar widerwillig den Eintritt von 15$, wurden dann aber doch mit einem schönen Naturschauspiel belohnt! Glücklicherweise hatten wir gute (vor allem deutsche) Gesellschaft im Hostel und so warteten wir – ab Tag zwei mit Magenverstimmung – ab, bis die Wolken schließlich endlich den Vulkan, zumindest teilweise, freilegten. Gegen allfälliges Heimweh half bei dem miesen Wetter nicht nur die vertraute Berglandschaft mit ihren Almhütten, sondern auch Südtiroler Äpfel… Naja, die Ananasschiffe fahren wohl nicht leer zurück 🙂


Pünktlich mit strahlendem Sonnenschein begaben wir uns auf eine wunderschöne Bus-Boot-Bus Tour nach Monteverde! Dort schlug uns erstmal eisiger Wind um die Ohren und mit dem Einzug in unser Zimmer mit hölzerner Vertäfelung war das Dänemark-Urlaub-Feeling perfekt. Leider waren wir beide noch angeschlagen und so nutzte Kathi den Tag zur Regeneration, während Thomas einen Ausflug zu einem kleinen privaten Reservat machte. Dort genoss er die Aussicht bis nach Puntarenas und dem Golf von Nicoya, wanderte zu einem Wasserfall und all das ohne eine Menschenseele. Ebenso blieb er vor der, anscheinend häufig vorkommenden, Begegnung mit einer Boa und einem Puma verschont.


Die obligatorische Ziplining Tour stand natürlich auch noch am Plan! Beim Anlegen des Gurtes fragten wir uns zwar beide, ob das die richtige Aktivität nach einer Magenverstimmung war, aber nach dem ersten Sprung in den freien Fall ließ das Adrenalin jegliche Bedenken verschwinden! Und so sausten wir von einem Baum zum nächsten und hatten während der Fahrt an bis zu 800m langen Kabeln traumhafte Ausblicke auf den Wald und bis ans Meer. 🙂 Direkt danach ging es weiter nach Alajuela, mit einer Busfahrt, die uns bessere Ausblicke als jede überteuerte Touristentour bescherte!

Unseren Stopp in Costa Ricas Großstadtdschungel nutzten wir hauptsächlich um unsere weitere Reise zu planen, einen Spaziergang durch den Parque Metropolitano La Sabana, vorbei am Fußballstadion und psychedelischen Bäumen, in San Jose zu unternehmen und – der letzte war ja schon so lange her… – wieder einmal einen Arztbesuch hinter sich zu bringen. Diesmal entschied sich Kathi für Zahnschmerzen und musste deswegen zu Dra. Maria del Carmen Navas Aparicio, die ihre Praxis im Bezirk mit dem äußert spanisch klingendem Namen Rohrmoser hatte! Aufgrund ihrer letzten Arztbesuche nahm sie diesmal die Hilfe einer deutschsprachige Zahnärztin in Anspruch, um mehr als nur die Hälfte des Gespräches zu verstehen. Die Behandlung bei der äußerst netten Ärztin lief bestens ab und, als während eine Begegnung mit einem Polizisten, der ein Jahr lang in Leipzig lebte und bei der Volkspolizei einen Teil seiner Ausbildung erhielt, nicht schon genug der „Die-Welt-ist-so-klein“ Gefühle gewesen, erzählte uns Frau Navas Aparicio auch noch, dass sie in Kiel studierte!

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