Viva Colombia! Karibikfeeling von Capurgana bis Cartagena

„Kolumbien, es war der Hammer!“ summte so oft in unseren Ohren, dass wir die Erwartungen äußert hoch ansetzten und schon in Capurgana nicht enttäuscht wurden. Während Thomas als einziger dem Ruf seines Körpers nach einem Ruhetag folgte, zog es Björn und die beiden Kathis wieder raus aufs Meer, diesmal zum Tauchen. Nach einer kleinen Einführung in der Tauchschule schnallte sich unsere äußerst herzliche Tauchlehrerin – glücklicherweise nicht zur Verteidigung, sondern um Meerestiere von Plastik und verhedderten Fischerleinen zu befreien – noch schnell ein Messer ums Bein und los gings entlang der wunderschönen Küste. Am Strand mit dem leckeren Namen „Aguacate“ (Avocado) musste Björn noch kurz durchs kleine 1×1 der Tauchlehre, bevor wir ab- und die Luftblasen auftauchen. Wiedereinmal begeistert von der Unterwasserwelt bewegten wir uns vorbei an wunderschönen Korallen und versuchten Langusten, die sich im Riff versteckten, zu erspähen.

Mit zwei Tauchgängen war auch bei den beiden Kathis die Luft und Energie raus, weswegen sie sich statt einer Wanderroute ein mögliches untypisch kolumbianisches Frühstückslokal suchten. Schlussendlich mussten sie sich doch dem omnipräsenten säuerlichen Käse beugen, der sich auch im süßesten Schokocroissant befand… Währenddessen erwanderten sich Thomas und Björn einen fantastischen Blick auf das Grenzörtchen Sapzurro. Schnellen Reiseschrittes bzw. Botes ging es direkt weiter entlang der Küste nach Acandi. Dort erhofften wir uns einen Blick auf die Riesenschildkröten, die gerade im April nachts an den Strand kommen, um ihre Eier abzulegen, erhaschen zu können. Der Ort wartete mit einer authentischen Atmosphäre auf, da wir die einzigen Touristen weit und breit waren und die offensichtlich unoffensichtlich gemachten Handyfotos von uns auch darauf schließen ließen, dass sich hierher eher selten Reisende verirren. Der nächtliche Ausflug zum Strand bescherte uns neben einem unbeschreiblichen Sternenhimmel auch ein eher mulmiges Gefühl, weshalb wir, erfolglos, bald wieder den Heimweg antraten.


Unsere letzte Bootsfahrt durch karibisches Wasser brachte uns nach Necocli, wo wir wieder auf den Busverkehr umsteigen mussten. Acht lange Stunden und eine Erkenntnis, dass unser Distanzdenken für Kolumbien eine andere Dimension annehmen musste, später, landeten wir in Cartagena im Luxus eines Boutique-Hotelzimmers. 🙂 Nach einer ausgiebigen Nachtruhe erkundeten wir das Castillo San Felipe, welches direkt vor der Altstadt beeindruckend thronte. Schnell ergriffen wir jedoch die Flucht vor der unerbärmlichen Sonne, hinein ins Tunnelsystem der Burg und anschließend ins klimatisierte Einkaufszentrum, wo Kathi1 für Thomas noch ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk erstehen konnte.


Cartagenas schöne Altstadt trumphte besonders in der Abendstimmung mit einem mediterranen Charme auf, der einen sofort in die zauberhaften Gässchen lockte. Wie im Bilderbuch reihte sich ein Kolonialgebäude an das nächste, im Kampf um die Frage, wer denn den schöneren Balkon zu bieten hätte. Nachdem uns die mitreißenden Rhytmen einer kolumbianischen Tanzgruppe eingeheizt hatten, fanden wir in einem schönen Hinterhof bestes Essen, um unseren letzten gemeinsamen Abend zu feiern.

Am nächsten Tag sollten unsere Routen nämlich ganz brav geschlechtergetrennt weitergehen. Den Vormittag verbrachten Thomas und die Kathis noch mit einem Spaziergang durch die Altstadt, während die straffe Reiseplanung schlussendlich auch Björn auf den Magen schlug und ihm einen Tag im Bett auferlegte. Danach hieß es Abschiednehmen für die Mädels, die sich auf zum Flughafen machten, um ihren Weg nach Medellin anzutreten.

3 Antworten auf „Viva Colombia! Karibikfeeling von Capurgana bis Cartagena

  1. Hallo nach Cartagena und vielen Dank an dieser Stelle mal wieder für die tollen, eloquenten Berichte und eindrucksvollen Fotos! Kirsten und ich freuen uns jedes Mal und machen inzwischen eine kleine, sehr gemütliche Zeremonie aus Vorlesen und Anschauen. Danke!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Auch noch eine Frage: sehe ich das richtig, dass es immer noch keine Straße von Panama nach Kolumbien, also eine Verbindung zwischen Mittel- und Südamerika gibt?
    Ganz lieben Gruß aus dem karibischen, Korallengesäumten Kiel von Kirsten und Kristian

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    1. Lieber kristian, liebe kirsten!
      Wir freuen uns ueber jede Minute, die wir eure virtuellen gastgeber sein duerfen und eure Aufmerksamkeit geballt auf unserer seite haben 🙂 wir sind schon in indonesien (WOW!!) und muessen viel nachholen beim schreiben, weil die real-besucher-dichte doch recht hoch war in letzter zeit und wir mehr gas gegeben haben dadurch… Ja es ist schräg; die panamerikana endet einfach im sueden von panama und beginnt in kolumbien erneut. Dazwischen liegt der „Daryen“: waffen, malaria,kokain, lanzenottern. Sicher ein interessanter Aufenthalt, aber wohl nur von kurzer dauer… In nem Reiseführer von 1970 haben wir gesehen, dass das gebiet noch angepriesen wurde.. aber das ist zeitlich eng geworden 😀
      Wir schicken sonnigste Grüße in die lichtdurchfluteten Alleen und Riffe des Nordens! Haltet immer die handbreit Wasser unterm kiel! Wir freuen uns sehr ueber (weiteres) feedback!!
      Kathi und Thomas

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